Girl’s Stuff? Ally McBeal & Paardynamiken

Bild: The Law Offices of McBeal & Fish. Von Pop Culture Geek. CC BY 2.0

Mit Ally McBeal kann man es halten wie man will. Nein, eigentlich nicht. Aber mit all den Verächtern, die sich über die Vorliebe ausgerechnet für diese Serie lustig machen (das Totschlagargument, das sei ja nur was für Frauen, höre ich besonders oft von – Frauen) werde ich mich vielleicht ein andermal herumstreiten (natürlich bleibts ne Serie, mit allen Schwächen dieser „Kunstform“).

Die schwache 5. Staffel

Doch auch wer Ally McBeal liebt wird kaum leugnen können, dass nach vier starken Staffeln die fünfte einfach unerträglich schlecht ist. Sie ist so schlecht, dass das Hinzustoßen von Jon Bon Jovi zum Cast allen Ernstes das Niveau hebt! Wie kann das sein? Klar, ein paar Schauspieler gingen, ein paar neue kamen dazu. Doch das war schon früher so. Klar auch, Robert Downey JR als Larry Paul hinterließ eine Lücke – aber es war zuvor auch möglich den Weggang von Gil Bellows (Billy Thomas) zu kompensieren. Und anders als bei Boston Legal, das viel mehr Fluktuation erlebt und dennoch das Niveau halbwegs hält, blieb der Hauptcast von Ally McBeal relativ intakt.

Zu zweit, zu dritt, über Kreuz

Ich bin mittlerweile überzeugt, dass der Qualitätsverlust an den Paardynamiken liegt. Neben einer relativ engen motivischen Verbindung der außergerichtlichen Haupthandlung mit den Gerichtsszenen lebte Ally McBeal von starken Schauspielerpaaren, die miteinander wiederum in Drei- und Mehrecksbeziehungen traten. In der ersten Staffel waren das vor allem Ally-Billy, Ally-Georgia, Ally-Rene und etwas unverbundener Richard-John. In der zweiten Staffel wurde die Billy-Georgia Dynamik gestärkt, John-Ally wurde bedeutender, und mit Nell und Ling betraten zwei starke Supporting-Acts die Szenerie. Dass man aus welchen Gründen auch immer Billy in der dritten Staffel um die Ecke brachte, verkraftete die Serie deshalb. Allen Wechseln zum Trotz und besonders, weil das Paar Ally-Rene sozusagen als Homebase auch in der vierten Staffel noch einen Festen Angelpunkt in der Serie bildete, stellten die etablierten Schauspieler ein ausreichend starkes Gerüst, um die neuen Dynamiken Ally-Lary & dessen zwei Geliebte sowie Larry -Jackson (noch ein Neuzugang, später Wiederum als Jackson-Rene) zu integrieren.

Nur noch vereinzelte Einzelne

In der fünften Staffel konnte die erfolgreiche Kompensation nicht fortgesetzt werden. Die drei neuen Jungspunde werden ohne jede organische Verbindung zum restlichen Cast nur in Bezug auf Ally entwickelt, und das schlecht. Jon & Richard wurden derweil bereits zuvor in allen für das Duo denkbaren Konstellationen durchgespielt, der zunehmende Rückzug Johns folgte konsistent aus der Entwicklung der Freundschaft und Dramaturgie, ist für die Serie aber natürlich Gift. Und ohne John sind Nell und Ling nicht vielmehr als Staffage, auch deren Beziehung hat zudem den Zug verloren, konsequenterweise treten beide meist isoliert voneinander auf. Mit immer wieder neuen schrillen Charakteren versuchte die Serie zu retten, was zu retten war – es ging nicht mehr. Die Einführung des neuen „stabilen“ Pärchens (oder mit Bezug auf Ally Dreieck), Jon Bon Jovi als magischer Klempner und von Hayden Pannettiere als vom Himmel gefallene frühreife Tochter, zeigt übrigens, das Kelley & Co durchaus wussten wie und wieso ihr Produkt funktionierte bzw. nicht mehr funktionierte. Jedoch zerfaserte Ally McBeal da schon an allen Ecken und Enden…

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