Sören Heim - Lyrik und Prosa

Website des Schriftstellers Sören Heim

Rezensionsweise

Dem aufmerksamen Leser wird aufgefallen sein, dass meine Rezensionen im Mittel deutlich kürzer sind als klassische Buchbesprechungen. Das liegt daran, dass ich hier im Blog vor allem ein Gegengewicht bieten möchte zu dem, wozu der heutigen Feuilletonistik der Mut fehlt: Dem ästhetischen Werturteil.

Entsprechend spare ich mir langwierige Nacherzählungen der Handlung, so Inhalte nicht zu einem begründeten Urteil in Kontext gesetzt werden müssen. Nacherzählungen gibt es im Klappentext, auf Amazon oder bei Wikipedia. Natürlich gehe ich auf die Handlung ein, wenn bestimmte Elemente wichtig sind um etwa aufzuzeigen, ob das Verhältnis der Sprache/Komposition zum Dargestellten gelungen ist. Genauso lasse ich mich auch nicht über „gesellschaftliche Relevanz“, „politische Bedeutung“ und ähnliche Leerbegriffe aus, solange die nicht in positivem oder negativem Sinne zur Ästhetik des Textes ins Verhältnis zu setzen sind.

Gilt es zu diesen Themen in die Tiefe zu gehen können die Besprechungen aber durchaus auch länger werden oder gar ausufern, zumal ein Urteil transparent begründet werden soll. Siehe: Meine Jazz-Besprechung. Das begründete Werturteil steht im Mittelpunkt, sonst nichts.

Fokus der Kritik sind Stil und Komposition, wobei ich die Romane an zwei Ansprüchen messe.

  1. Ich verreiße nicht gerne. Normalerweise bespreche ich Texte, die mir privat oder aus der Presse empfohlen werden, für gewöhnlich mit der Behauptung, dies sei ein wegweisendes literarisches Werk. Und in genau der Hoffnung gehe ich an die Texte dann auch ran. Alle hier besprochenen Werke müssen sich an den Meisterwerken der Weltliteratur und dabei in erster Linie denen der Moderne beweisen.
  2. Ich nehme das Werk ernst. Natürlich muss sich Mord im Orientexpress nicht mit Ulysses vergleichen lassen. London NW allerdings schon. Was „will“ ein Werk – was könnte ein Werk seiner Anlage nach sein? Und was ist es am Ende tatsächlich? Das sind die werkimmanenten Leitfragen, die meine Rezensionen bestimmen. Die externe Leitfrage ist folgerichtig gesellschaftskritischer Natur: Wird ein Werk aufgebauscht und aus welchen Gründen.

Und das war es auch schon. Gilt vor allem für die Beiträge hier. Für Magazine/Gruppenblogs arbeite ich traditioneller.

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