Unvollständiges zu Spoilern & Komposition

Ein wie auch immer prekär zu ziehender Unterschied zwischen Literatur als Kunstwerk und reiner Unterhaltung liegt mE darin, dass man Kunst nicht spoilern kann. Pynchons Gravity’s Rainbow wird nicht schlechter dadurch, dass wir wissen, dass gegen Ende Gottfried durch Blicero in der V2 00000 gen Himmel geschossen wird, ebenso wenig wie die Neunte Sinfonie verliert, erfährt man im Voraus, dass die gesungene Ode an die Freude das Herzstück des Schlussatzes ausmacht.

Aber – die Analogie verfängt so nicht. Auch „Your my heart – your my soul“ lässt sich nicht spoilern, und das erste Album der Backstreet Boys kann man, wie meine Nachbarin immer wieder beweist, auch noch 2016 in Endlosschleife hören, wohl ohne sich zu langweilen. Es muss also vorerst Behauptung bleiben: Was sich in den erzählenden Künsten erfolgreich spoilern lässt taugt nicht zu mehr als einem angenehmen Happen zwischendurch.

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