Das Arthur-Projekt 19 – Brans Rückkehr.

Im 19. Teil des Arthur-Projekts hat der vermisste Schädel aus der Schlacht von Londinium seinen großen Auftritt und Cei/Kai/Kex kehrt endlich noch einmal fast zu seiner alten Göttlichkeit zurück.

„Rennende Schritte, gedämpft von tiefem Schlamm. Spritzendes Wasser. Das Gebell halbwilder Hunde mit rot glühenden Augen. Genauso gut könnten es Wölfe sein. Die Schatten der geduckten Häuser mit den dreieckigen Dächern, Reißzähne in der Nacht. Sie sprinteten zwischen solch einer Häuserreihe, ein wenig abseits der gewalzten Hauptstraße. Rufe. Von hinten, bei der wuchtig aufragenden Festung, Fackelschein. Das einzige Rechteck in dieser sonst so seltsam dreieckigen Stadt. Doch die Verfolger waren weit. Einer der verdammten Hunde aber hatte Cei bei der Wade gepackt. Cei riss das Schwert aus der Scheide und löste das Problem mit einem gezielten Stich. Der schwere Leinensack, den er über den Rücken trug, brachte ihn beinahe aus dem Gleichgewicht. Doch Cei fing sich. Der Köter fiel. Blut zweier Wesen, dass sich im schlammigen Grund mischt. Das Leichenfeld bei dem hölzernen heidnischen Heiligtum. Schon, als sie in die Wehranlagen eingedrungen waren, hatten sie sich gewundert. Hier wurden zahlreiche frisch Verstorbene gelagert, gewickelt in von Blut getränkte Tücher. Es stank bestialisch. Warum begrub man sie nicht?
Schwarze Schatten, rasch zwischen den letzten Häusern der Stadt springend. Rot glühende Augen. Die Hunde!

Über das aus unbearbeiteten Steinen und Baumstämmen gefertigte Rund des Heiligtums kletterte es sich leicht hinauf auf den Wall. Hunde vermögen keine Tore zu öffnen. Bis die menschlichen Verfolger auf ihren Fersen wären, hätten sie sicher einige hundert Schritt Vorsprung. Und die sächsischen Wachen, die glaubten, sie hätten es bloß mit ein paar Strauchdieben zu tun, die sich übernommen hatten, sähen sich von einem gut gezielten Sturm von Pfeilen empfangen. Die wartenden Ritter, die das nächtliche Unternehmen absicherten.

***

Northwic war eine Stadt, wie sie Cei noch nie gesehen hatte. Schon, als sie sich entlang der sumpfigen dicht bewachsenen Altwasser des Wessum angeschlichen hatten, dann und wann eine Anhöhe aufgesucht, auch manchmal einen hohen Baum, um die Lage zu überblicken, hatten die Ritter gestaunt. Was hier in solch kurzer Zeit entstanden war. Eine der ersten sächsischen Siedlungen, die man tatsächlich Stadt nennen könnte. Ein Wall aus hölzernen Palisaden, spitz, ganz wie auch das äußere Camelot von einem solchen Wall umfangen wird. Verstärkt von einer steinernen Mauer, die einen Wehrgang schuf. Doch dann diese Häuser. Als wollten sie sich verstecken. Spitze Grasdächer, die direkt auf der Grasnarbe endeten. Als ducke sich jedes einzelne, wehrhaft. Der graue Tempel von Fels und Holz, einem Gott geweiht, den die Eindringlinge nicht kannten. Und zur Festung hin dann einige höhere Häuser, ebenfalls aus Holz, mit den gleichen steilen Dächern. Das alles in Schattierungen aus Silber und Schwarz in blassem Mondlicht. Der Mond störte, doch sie hatten nicht unendlich Zeit und die Luft war dunstig von einem abendlichen Regenschauer, der verebbt war. Niedrige Wolken zogen in Fetzen über Northwic. Es würde schon angehen. Den Wall zu nehmen war einfach gewesen. Die Sachsen mussten sich sicher gefühlt haben in letzter Zeit. Wenn es Schlachten gegeben hatte, dann bloß kleine, tief im Süden, hoch im Norden. Scharmützel eher. Eine frontale Konfrontation war lang nicht mehr gewagt worden. Auch die Sachsen hatten keine großen Vorstöße mehr unternommen. Seit sie ihre Siedlungen in Küstennähe befestigt hatten, hatten sie Zeit, waren in einer komfortablen Lage. Um Londinium, das so viele Opfer gefordert hatte, hatte man gar nicht mehr gekämpft. Es war eine schleichende Entwicklung gewesen, doch mit der Zeit war die Stadt immer sächsischer geworden. Dass sich überall die Niederlage abzeichnete, hatte Cei überhaupt ja erst dazu gebracht, jene Expedition anzuberaumen. (…) HIER WEITER.

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