Mein Online-Roman mit Mitmach-Sektion: „Das Arthur-Projekt“.

Ich habe mit „Das Arthur-Projekt“ ein zweites Blog eingerichtet. Dort entsteht ein Roman in insgesamt ca. 25 Erzählungen und Gedichten, die sich inhaltlich realtiv eng an bestehenden Romanzen der Matière de Bretagne (Des Arthur-Stoffes) orientieren. Formal folgen die Texte dem Prinzip, mit moderner dichter Erzählweise die „Faszination des Archaischen“ aufscheinen zu lassen. Auch in all seiner Widersprüchlichkeit. Veränderungen wurden vor allem vorgenommen, um einen plausiblen Rahmen der Gesamterzählung zu ermöglichen. (Fast) jeder Text ist auch für sich als einzelne Erzählung lesbar. Wer mir dort folgt, muss sich keine Sorgen machen, dass das Ganze nicht fertig wird. Anders als manche AutorInnen der „High-Fantasy“ beginne ich erst mit dem Veröffentlichen, wenn das Projekt weigehend steht. Hier das ausführliche Vorwort.

Zusätzlich zum eigenen Textkomplex möchte ich, wie im „Vorwort“ erklärt, gerne eine „Apokryphen“-Sektion auf der Seite einrichten, denn die Anzahl der hier nur erwähnten oder komplett ignorierten Romanzen ist natürlich immernoch riesig. Wer also Lust hat, einen Text im Stil der hier Vorgestellten beizusteuern, der quasi als nicht kanonische Nebenhandlung auf der Seite verewigt wird, halte sich nicht zurück. Sowohl nach existenten Vorbildern, als auch plausibel erfunden.
Das ist insofern gut machbar, als das auch die Texte des Hauptstrangs immer wieder in einer gewissen Widersprüchlichkeit zueinander stehen, und das auch sollen, da hier eben das Archaische des Materials durchscheint.

Auch anderweitig kann man das Projekt unterstützen.

Auch natürlich durch regelmäßiges Teilen & weitererzählen.

So beginnt die erste Erzählung:

Der Wald, durch den der Reiter sein Ross trieb war dicht und düster. Vorsichtig, immer wieder zögernd, schritt das schwarze Pferd aus, scheute auch dann und wann, wenn ein Greif aus dem Astflicht brach oder eine struppige magere Bache hastig den Pfad kreuzte.
Der Wald. Über den von Wurzeln überwucherten Weg vereinten die Kronen der Bäume, dem Winter zum Trotz, sich zu einer dichten Decke durchfrorenen Laubs. Tote Äste ragten in diese Höhle, der Wind heulte, jeder Schritt knisterte, man mochte kaum sagen, war es Tag, war es Nacht? Und in jeder Hecke schienen glühende Augen zu lauern.
“Ruhig Gringolet”, sprach der Reiter da, mehr zu sich selbst als zum Pferd. Doch die mutmachenden Worte erklangen nur schwach. Ein heiseres Flüstern, das ihm kaum ans eigene fröstelnde Ohr drang. Gemächlich zog durch den hohlen Weg Nebel heran. Erst schwach dann immer dichter, wie ein von unsichtbaren Händen gewebtes Gespinst. Plötzlich ein Schlag, der das Pferd aufschrecken lässt und die Hand des Reiters unwillkürlich zur Hüfte wandern, zum Schaft des Schwertes. Brach tief im Wald ein Baum, ein Ast? Schlich ein Feind sich an? Der Reiter gedachte der Waldmenschen der Wildnis von Willard, bei denen er beinahe sein Leben gelassen hätte. Er gedachte der Bestie von Barrington, dem zähnefletschenden Löwen in seiner Höhle, und wie er ihn mit der spitzen Lanze durchbohrt. Wie lang war er so durch Logres geschweift, durch die entlegensten Gefilde des Landes? Hatte hier, hatte dort, wenn einmal am Rand eines Moors, an den ruhigeren Gestaden eines reißenden Flusses, in der fruchtbaren Senke eines sonst kargen Feldes, er auf ein Dorf traf oder ein einsamer Pilger ihm entgegen kam in grauer Kutte mit Stab, nach der Grünen Kapelle gefragt und wo er sie wohl finden können. Und immer hatte man ganz vage nach Nord oder West gewiesen und weiter war der Reiter geritten. Ihm Schauerte, bei der Erinnerung, wie der grüne Ritter am Hofe aufgetaucht war und die Runde gefordert hatte:

“Yulefest ists und Neujahr und hier so viele Ritter.
Glaubt sich wohl einer stark genug, Schlag um Schlag
mit mir zu tauschen? Ihm soll die Streitaxt gehören
die ich mit mir trage. Ich aber empfange den ersten
Streich, der Nacken nackt, wie ich bin, nur sei mir
gestattet nach Jahr und Tag, sollte ich Leben
den Schlag zurückzugeben nach eignem Gutdünken.
Ihr trefft auf alle Fälle
mich dann zum Pfingstfest an
in der grünen Kapelle
Nun schlage zu, wer kann!”

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Bild: Wiki, gemeinfrei.

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