Kurzbesprechung: „La Chunga“ – Llosas Theaterstück mit dem Ensemble von „Das Grüne Haus“.

1986 ließ Mario Vargas Llosa das Ensemble seines gefeierten Romanes „Das grüne Haus“ in einem Theaterstück wieder auferstehen. La Chunga ist kein Meisterwerk, aber doch solide. Mit Gewinn und ohne Fremdscham lesbar. Llosa konzentriert die Handlung größtenteils auf einen einzigen Raum einer Kneipe im Piura des Jahres 1945. Er schert sich wenig um „korrekten“ Anschluss an den Roman, sehr allerdings um die innere Geschlossenheit des Stückes. Llosas Chunga macht all das richtig, was Harry Potter und das verwunschene Kind falsch macht. Ein durchaus interessantes Kammerspiel mit einem dafür allerdings recht großen Ensemble, das vielleicht nicht ganz einer klassischen Dramenstruktur folgt, aber doch sehr bewusst als Stück angelegt ist und eine überzeugende Mehrecks-Geschichte um Chunga, Meche und die Unbezwingbaren erzählt. Lesenswert, allerdings sollte man gerade keinen dramatisierten Llosa-Roman erwarten, sondern eben ein unorthodoxes Stück, das für sich selbst steht und auch keine „Fortsetzung“ von „Das grüne Haus“ ist.

Bild: Green House at the Marketplace, zugeschnitten, John Hoey, (CC BY 2.0)

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