Mit etwas Glück der erste Artikel zum Nobelpreisträger Abdulrazak Gurnah.

Da hat sich das Nobelpreis-Komitee wohl gedacht, alle fordern immer Ngũgĩ wa Thiong’o, nehmen wir stattdessen einen, den sehr viel weniger LeserInnen kennen. Zum Glück habe ich allerdings schon vor 5 Jahren über Abdulrazak Gurnah geschrieben. Genauer über den Roman Paradise, denn auf diesem Blog interessieren Texte, nicht Personen.

Abdulrazak Gurnahs „Das verlorene Paradies“ ist ein selten gelesener Roman, der bedenkenswerte Schlaglichter auf heute vieldiskutierte, selten durchdachte Themenkomplexe wirft.

Wir leben, scheints, in einer Zeit der absoluten Urteile ebenso wie des totalen Relativismus. Verrückt: Differenzierung, das ist nicht mehr das notwendige Durchdenken eines Gegenstandes, das zu einem – und sei es noch vorläufigen – Schluss kommt. Differenzierung ist die falsche Antipode des Bauchgefühls. Die einen wüten über den Wald, bis sie die Bäume vor Kleinholz nicht mehr sehen, die anderen sezieren zu Tode, was zum gleichen Ergebnis führt.

In dieser Zeit, in der Denken unmöglich scheinen will, empfiehlt es sich, einen zur Erstveröffentlichung schon kaum wahrgenommenen und heute wohl fast vergessenen Roman des tansanischen Schriftstellers Abdulrazak Gurnah zur Hand zu nehmen: Das verlorene Paradies, das gleich mehrere heute das Blut in Wallung bringende Themen von unerwarteter Seite anschneidet.
Blutige Handelsreise. Schulden und Schuld

Ein kleiner Hotelier im fiktiven Kawa im damaligen Deutsch-Ostafrika ist von finanziellen Sorgen geplagt. Er leiht sich Geld von einem lokalen Großkaufmann, der routinemäßig in derartige Unternehmungen investiert. Der Hotelier aber schafft es nicht sein Geschäft auf Vordermann zu bringen, und kann seine Schulden nicht zurückzahlen. Als Ausgleich gibt er seinen Sohn in den Sklavendienst des Kaufmanns.

Im bürgerlichen Leben bedeute Freiheit, dass ein jeder die Verantwortung für seine Entscheidungen zu tragen habe, so ein Leitsatz, den vor allem der klassische Liberalismus geprägt hat. Paradies erinnert daran (…)

weiter geht es auf LitAfrika.

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