Film-Freitag III – „His House“ brillianter Horror jenseits des weißen Oberklasse-Landhausgrusel (short).

Wow, von allen Horrorfilmen, die parallel noch eine andere Geschichte erzählen bzw. bei denen der Horror bis ins Innerste mit der anderen Geschicht verschränkt ist, ist His House vielleicht der der mit Abstand krasseste.

In diesem Film von Remi Weekes wird ein geflohenes Paar aus Südsudan in seiner heruntergekommenen britischen Flüchtlingsunterkunft von Geistern heimgesucht. Geister der Vergangenheit, Geister der Überfahrt. Der Geist eines Kindes. Aber Teilweise scheinen die Geister auch nur zu artikulieren, was die „nette“ Rassistin von nebenan sagt: „Sie schicken euch eh zurück“. Und mindestens so gruselig wie der Spuk sind die interessiert-desinteressierten Mitarbeiter der Ausländerbehörde (oder wie auch immer das bei den Briten heißt). Jeder kann sich in diesem Film Stütze und Bedrohung sein – das Paar einander, die Migrantische Gemeinde, hilfreiche schwarze autochton-britische Jugendliche, die sich im nächsten Moment durch rassistische Ausfälle gegen die Einwanderer hervortun.

Aber täuscht euch nicht: Der Horror ist real. Es gibt wenige „Jump-Scares“, subtil eingesetzt, aber dadurch erschrecken die wirklich. Der Schnitt ist Top, die Schauspieler sind top, aber jeweils nicht over the top: His House sieht nicht aus wie eine Hollywood-Produktion, sondern im Guten Sinne nach low-budget. Die Balance zwischen Metapher und Spuk ist perfekt.

Und endlich mal keine weiße Upper-Class-Familie, die ein abgelegenes Landhaus bezieht. Horror von absoluter gesellschaftlicher Relevanz. Nachteil: Wer dachte, außerhalb von gotischen, barocken oder Jugendstil-Villen sei man sicher vor Geistern, weiß jetzt: Niemand ist sicher. Das Unheimliche ist überall.

Bild: Pixabay

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