Zu Silvester ’n bisserl Kurzeck

Zum Jahreswechsel nach 2020 ein längeres Zitat aus Peter Kurzecks Das Schwarze Buch, das ich als „Meisterwerk in Kunsthessisch“hier ausführlicher besprochen habe. Hier findet ihr des Weiteren Überlegungen zu Kurzecks omnipräsenter Formel „man muss“, besonders in Ein Sommer, der bleibt.

Und jetzt der Jahreswechsel:

„Die Stille zwischen den Jahren. Endlich bald ankommen! Morgens geht er manchmal um die Ecke einkaufen für seine liebe Schwester … Tageslicht, doch er nimmt eine Fackel mit und markiert sich den Rückweg abergläubig mit Kreidestrichen. Erst die Brotkrumen, dann die Hirsekörner gleicher Bestimmung sind von den frierenden (hungrigen) Vögeln gefressen worden.

(…)

jetzt noch in die Apotheke? (In die Apotheke geht er nur ungefähr jeden zweiten Tag.) So mutlos und erschöpft, als ob er stundenlang vergeblich seinen eigenen Namen geschrieen hätte, so laut er kann, in die nasskalte dämmrige Winterluft. Keine Antwort. Paar Ruß- oder Schneeflocken rieseln zur Erde. Die Krähen hatten den Tag gestohlen. Da sinkt die Nacht herab, siehst du. Schatten, Gespenster, doch sobald er sich mit ihnen einlassen will sind sie schon um die nächste Ecke und bleiben verschwunden. Allein. Wie finster die Kellerfenster auf seine zwei plumpen Schuhe starren. Jetzt gilt es zurückzufinden.“

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