Heute wurde bekanntlich die Shortlist zum Deutschen Buchpreis bekanntgegeben. Weder meine Prognose noch meine eigene Shortlist trafen sonderlich genau. Während ich nach meinen Lektüren von keinem der Titel sagen würde, er stehe absolut zu Unrecht auf der Shortlist (Bookster HRO hat allerdings viel mehr von Die Katze und der General gelesen und legt einen überzeugenden Verriss vor) finde ich das Ignorieren von Anja Kampmann und Matthias Senkel kaum zu rechtfertigen. Beides sind Romane, die weit aus dem Alltäglichen des Deutschen Literaturbetriebs herausragen und während man vielleicht mit viel Fantasie Senkel noch unterstellen könnte, seine anspruchsvolle Struktur nicht zu beherrschen, lassen sich kaum Einwände gegen Kampmann geltend machen: Von der Themenstellung über die Durchführung bis in die kleinsten stilistischen Details: dieser Roman ist perfekt gearbeitet, ohne dabei rein gefällig zu sein. Wohl möglich, ihn nicht zu mögen. Schwer, ihn nicht anzuerkennen.
Immerhin, mit Der Vogelgott ist das dritte große Meisterwerk der diesjährigen Longlist auf die Shortlist gerutscht. Unten nochmal Links zu allen meinen Rezensionen:

Bungalow von Helene Hegemann
Wie hoch die Wasser steigen von Anja Kampmann
Jahre später von Angelika Klüssendorf (folgt morgen)
Dunkle Zahlen von Mathias Senkel
Lebt wohl, Ihr Genossen und Geliebten! von Carmen-Francesca Banciu
Unter der Drachenwand von Arno Geiger
Hier ist alles noch möglich von Gianna Molinari
Sültzrather von Josef Oberhollenzer
Ein schönes Paar von Gert Loschütz
Sechs Koffer von Maxim Biller
Nachtleuchten von María Cecilia Barbetta
Die Gewitterschwimmerin von Franziska Hauser (folgt morgen)

Weitere Artikel zur Shortlist (wird aufgefüllt):

Literaturreich