Entwarnung an alle Fans des 2007 erschienenen Romans. Das neue Fairwater ist im Großen und Ganzen durchaus noch das alte. Das beschrieb ich einmal sinngemäß als einen „Albtraum William Faulkners in einem heruntergekommenen amerikanischen Provinzvenedig“.

Das heißt natürlich: Auch der heutige Leser braucht einen wachen Geist und einen Sinn für sprachliche Schönheit, um der Geschichte um geheimnisvolle Morde, Wesen, die durch Spiegel gehen und Außerirdische, die vielleicht auch der Ausfluss einer kollektiven Psychose sein könnten, zu folgen. Wer von einem Roman nur erfahren möchte, wer wen umgebracht hat und wer mit wem ins Bett geht, ist bei Fairwater falsch am Platz. Aber für den gibts sicher leichter verdauliche Alternativen. (Solche Hürden wie Faulkner oder zB Joyce aber baut Plaschka dem Leser nun auch wieder nicht. Eigentlich ist Fairwater ein zugängliches anspruchsvolles Buch. Man muss sich natürlich darauf einlassen wollen).
Was sich geändert hat sind nach erster rascher Querlektüre viele kleine sprachliche Details, wobei tatsächlich oft krumme, oder beinah falsch zu nennende Formulierungen (etwa vom Wortfeld her unpassende Vergleiche) getilgt wurden. Ob an der ein oder anderen Stelle dann doch der rauschhafte Sprachfluss der Erstausgabe gelitten hat, wage ich jetzt noch nicht zu beurteilen – habe aber noch keine enttäuschende Stelle gefunden.

Ein paralleles Gegenlesen scheint mir sowieso wenig angeraten. Man stolpert sonst nur von dem einen in den anderen Text und zerpflückt, statt zu genießen. Ein Werk muss für sich gelten – und Fairwater, das neue, scheint zu halten, was schon das alte versprochen hat.

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