Bild: Soll Jar Jars „Reim“ gewesen sein: Yoda (pixabay, gemeinfrei)

Ich weiß nicht wie bekannt die Theorie, dass Jar Jar Binks ursprünglich als der große Antagonist der Episoden 1 bis 3 vorgesehen war, im deutschen Sprachraum ist. Ich finde sie, seit ich sie wegen meines Rewatches entdeckt habe, zusehends faszinierender und schockierender Weise: überzeugend. In Kürze geht sie so:

Jar Jars Tollpatschigkeit ist nur gespielt, seine unglaublichen Kampferfolge gewonnen durch den Einsatz der Macht, während sich Jar Jar des Zuì Quán (Drunken Boxing) Stils bedient. Er ist nicht das Werkzeug des Imperators, sondern sein Partner, Lehrling oder womöglich gar dessen Meister. Die blass bleibenden, aufgesetzt wirkenden Bösewichte Dooku und Grievus wurden als kurzfristiger Ersatz konzipiert, nachdem klar wurde, wie sehr die Fangemeinde Jar Jar tatsächlich hasst.

(Detaillierte Ausarbeitung. Mit Kommentaren bitte eine Woche einplanen…)

Als Indizien aufgeführt werden unter anderem verschiedene Fälle, in denen Jar Jar seine Gegenüber bis hin zu Jedis subtil und mit Handbewegungen zu beeinflussen scheint, seine unglaublichen Sprungfähigkeiten (Salti seien sonst Jedis & Sith vorbehalten) und eine Kampfszene, in der ein plötzlicher Positionswechsel Jar Jars, der nach einem Fehler im Film aussieht, tatsächlich bedacht scheint: Die Drohnen folgen seiner gedachten Bewegung außerhalb des Blickfeldes der Kamera. Soweit finde ich das noch nicht besonders spannend.

Interessanter finde ich den Hinweis, dass sich bekanntlich die beiden Trilogien „reimen“ sollen und darauf aufbauend Indizien zu Jar Jars ursprünglicher Rolle. Und Jar Jar als Bösewicht wäre tatsächlich ein passender Reim auf die Enthüllung Yodas als Jedimeister in den Vorgängern – bis hin zum rot-grünen Kontrast. Und das Ganze würde eine entscheidende Lücke in den Filmen füllen. Dass diese keinen wirklichen Protagonisten haben ist noch zu verschmerzen, bzw. wäre es, wäre der Politteil gelungener. Aber auch ein überzeugender Action-Antagonist fehlt. Und Jar Jar, der übrigens wie (fast) alle Sith gelbe Augen hat, wäre einer, der vom ersten Moment an dabei gewesen wäre. Plus: Wine krasse Enthüllung al la „ich bin dein Vater“. Auf sowas steht George Lucas.

Nein, ich sage nicht, dass es wirklich so gedacht war und die Produzenten Muffensausen bekommen haben. Aber ich sage: Ordentlich durchgezogen hätte das die Trilogie besser machen können. Allerdings hätte man dann Jar Jar vielleicht von Anfang an nicht ganz so cartoonhaft aufziehen dürfen. Ich glaube aber, selbst wenn heute viele Hardcore-Fans die Idee richtig cool zu finden scheinen, damals wäre das der Tod von Star Wars gewesen. Und viele (mich womöglich eingeschlossen), die das Konzept heute mögen, hätten sich damals erst recht verarscht gefühlt. Dann wiederum haben sich die meisten Fans von den Prequels so oder so verarscht gefühlt.

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