Chinesischer Klassiker: Der Traum der roten Kammer oder Die Geschichte vom Stein 

Schon vor längerer Zeit habe ich für DieKolumnisten den Klassiker aus China  Der Traum der roten Kammer oder Die Geschichte vom Stein besprochen. Darauf sei hier nochmal hingewiesen, da ich in Zukunft weitere chinesische Klassiker vorstellen werde.
AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA
„(…) Was ist das für ein Buch? Ich möchte es – ich muss es ja – herunterbrechen: Ein womöglich vom Autor Cao Xueqin vollendeter, dann doch wieder unvollendeter, schließlich von Editor Gao E neu-vollendeter Roman aus der mittleren Ming Zeit in 80 bzw. 120 Kapiteln. Allein die Verlust- und Entdeckungsgeschichte der Manuskripte gäbe eine spannende Krimiserie ab, eine weitere die bis heute nicht abgeschlossene Suche nach den Identitäten der Kommentatoren Red Inkstone und Odd Tablet. Ein schwelgerisches Buch, das dennoch oft als naturalistisch beschrieben wird, ein Buch das aber auch die übersinnliche Begebenheit, sei es als reales Ereignis, sei es als Metapher, nicht scheut. Ein Buch voll oft bissigem anti-daostischem und antibuddhistischem Humor, dass am Ende doch eine spirituelle Wendung vollzieht und sich gewissermaßen mit der Tradition auf weltlicher und geistlicher Schiene aussöhnt, ohne auch dem Leser diese Aussöhnung aufzudrängen. Nebenbei auch ein Buch das zeigt, dass „fernöstliche“ Patchwork-Religionen keine moderne westliche Erfindung sind.Die Handlung rankt sich um Bao-yu, mit einem Stück Jade im Mund geboren und wie uns die Rahmenhandlung nahelegt die Reinkarnation eines Steines, der beim Bau des Himmels übrig blieb, um die Zwölf Schönheiten von Jinling & die alltäglichen Verrichtungen der Familien Wang und Jia. Das Buch wird meines Erachtens nicht ganz zu Unrecht gern mit der Suche nach der verlorenen Zeit verglichen, die jedoch sehr viel selbstzentrierter daherkommt als dieses Panoptikum vom späten Ruhm und Verfall einer Familie, in dem dem zentralen Dreigestirn aus Bao-yu, der gebrechlich-nachdenklichen Dai-yu und der weltzugewandten pragmatischen Bao-chai eine kleine Armee an fast gleichberechtigt Nebencharakteren zur Seite steht (…)“

Bild: aus: Yongzheng – Screen of Twelve Beauties – – gemeinfrei

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