Mark Twains Der Amerikanische Prätendent rühmt sich bekanntlich, der einzige Roman zu sein, der ohne Wetter auskommt. Das lenke zu sehr ab. Es wird deshalb in einem Appendix zusammengefasst. Ansonsten hat der Text alles, was einen starken Twain ausmacht. Skurrile Figuren, starke Dialoge in gut ausgearbeiteten Dia- bzw Soziolekten, Verwechselungen und Gesellschaftssatire.

Trotzdem springt der Funke nicht über und das scheint nicht nur mir so zugehen. Was fehlt? Vielleicht tatsächlich das Wetter! Denn mit dem spart sich der Autor auch die sonstige Gestaltung der Szenerie, die etwa seinen Huckleberry Finn so unglaublich glaubwürdig lokal verortet. Deshalb hängt die gesamte Handlung des American Claimant ganz schön in der Luft.

Die Sache mit dem Wetter ist eine lustige Idee, aber mir scheint hier hat Twain für einen Witz eine ordentliche Geschichte geopfert.

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