Wider den Vertikalismus #1

Deutschsprachige Dichter denken Lyrik nur vertikal. Da geben sich linke Avantgardisten und konservative Reimedrexler wenig. Man reimt sich entlang der rechten fransigen Außenseite bis zum Heroic Couplet ooder politisiert an derselben Kante entlang bis zur Pointe. Bzw. kleckert ellenlange „gebrochene“ Wortreihen untereinander.

Dass ein Text auch horizontal Klänge & nicht nur Thesen erzeugen kann ist abseits aufreizend angestrengter Alliterationen unerhört, von der Diagonale ganz zu schweigen. Rilke wusste es, wie die Elegien zeigen, auch Goethe ließ in den Römischen davon etwas ahnen. Aber die sprachen nicht davon und nahmen das Geheimnis mit ins Grab. Gut, gut, Gerhardt wusste es sicher auch, aber den hat Benn gekillt. Und Bernhard, ist ja auch ein ausgebildeter Musiker. Aber wer wird wohl von Bernhard das Dichten lernen?

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