Defizitäre Literaturwissenschaft – die „Norton Anthology of World Literature“

Ich weise ja des Öfteren darauf hin, dass die Beschäftigung mit der literarischen Form im akademischen Literaturdiskurs schockierend unterrepräsentiert ist. Damit einhergehend auch jede Qualitätsdebatte, wobei Literaturwissenschaft qualitative Bewertungen sowieso ob ihres wissenschaftlichen Anspruches gern von sich weist, alldieweil durch offizielle und implizite Kanonisierung natürlich dennoch ständig qualitativ – nur eben intransparent – gewichtet wird.

Gleich mehrere tausend Seiten Anschauungsmaterial zur Ausklammerung der Form findet man in der Norton Anthology of World Literature. Will man zB Informationen zur Versform des Gilgamesh finden, vertraut man besser auf Tante Google. Auch Transliterationen des Klangbildes und ähnliche hilfreiche Wekrzeuge, wenn man Dichtung in fremden Sprachen zumindest aus zweiter Hand als Dichtung nachvollziehen möchte, finden sich keine.

Besser machte es zum Beispiel die sehr empfehlenswerte Anthologie How to Read Chinese Poetry, die sogar Klangbeispiele der wichtigsten Werke bereitstellt. Eine solche Herangehensweise wäre nicht nur für alle Weltliteraturen wünschenswert, sondern sollte eigentlich Standard sein, wo Literatur „gelehrt“ wird.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Defizitäre Literaturwissenschaft – die „Norton Anthology of World Literature“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s