„Indem“ – Thomas Manns große Schwäche

„Was ihr am meisten Eindruck machte von mir, dass ich mich an den ersten Atlantikflug von Lindbergh 1927 noch persönlich erinnere, indem ich damals 20 war“ (Frisch, Homo Faber)

Auch der von mir hochgeschätzte Thomas Mann hat seinen Frischismus (unsinnige Satzkonstruktionen, die sich nicht künstlerisch rechtfertigen lassen). Es ist das inflationär verwendete „indem“ im Sinne von „während“. 345 mal auf 800 Seiten (gezählt dank eBook) schreibt Mann Dinge wie „»Ausgeräuchert, das ist famos«, sagte er gesprächig und etwas ungereimt, indem er sich die Hände wusch und trocknete“. Nein, lieber Thomas. Ich mag mich drohend in Pose werfen, indem ich die Atemluft durch die Zähne einziehe und die Brust aufblähe. Ich blicke vielleicht auch skeptisch zum dunklen Himmel, indem ich den Hut aufsetze (ein bildlicher Grenzfall), aber das ungereimte Sprechen hat mit dem Händewaschen so viel zu tun wie Senf mit Sättigung …

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