Was mich ebenso fasziniert wie betrübt, seit ich vor Jahren in einen anonymen Wohnkomplex mit zahlreichen Parteien gezogen bin: Die rigorose Parzellierung des Erkennens.
Man grüßt, teils freundlich-überschwänglich, im Fahrstuhl.
Man nickt sich auf den Fluren zu und murmelt ein leises Hallo, etwas vorsichtiger noch nickt man auf dem Hof, zur Straße hin.
Je weiter entfernt vom Haus sich die Bewohner desselben über den Weg laufen, desto seltener wird überhaupt noch gegrüßt. Oft scheint da nicht mal ein Erkennen zu sein.
Regelmäßig senken sich aber auch geradezu verschämt die Blicke.

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