Mein Programm in entstellender Kürze:

In einer Korrespondenz mit einer netten Verlegerin habe ich versucht, mein literarisches Programm in fast schon entstellender Kürze zusammenzufassen:

Es geht mir um zeitgemäße Dichtung, die ich für den verbrauchten Begriff der insbesondere im deutschsprachigen Raum abgedroschenen Moderne substituiere. Ich erlebe es auch bei literarisch gebildeten Freunden und Bekannten immer wieder, dass internationale moderne Klassiker wie Eliot, Borges, Majakowskij, Farrochsad u.v.a. zwar irgendwie als Namen präsent sind, aber nie wirklich rezipiert wurden, und dass Lyrik in deutscher Sprache gewissermaßen bei Rilke endet, mit Gottfried Benn als Korken auf allem was noch hätte kommen können. Wer kennt etwa heute noch Rainer Maria Gerhardt?

Auf der anderen Seite gibt es rein zeigtgeistige Lyrik, die insbesondere an einen missverstandenen Beat anschließt und vor allem vorgeblich tiefe Gefühle und eine romantische Abneigung gegen die moderne Welt mit willkürlich gesetzten Zeilensprüngen verknüpft. Beiden Polen korrespondieren einerseits konservative Autoren, die schreiben als hätte es die Schocks des 20. Jahrhunderts nie gegeben, andererseits Schriftsteller die auf betonte Formlosigkeit setzen. Ich selbst bin interessiert daran, wie sich die heutige Zeit formal durchdringen lässt, welche Form, jeweils wieder neu, zeitgenössischen Themen gemäß sein kann. Einige Anregungen dazu finde ich (man muss sich das übertragend denken) in klassischen und auch atonalen musikalischen Kompositionen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s